




Der Kurs gliedert sich in 3 Wochenenden jeweils freitags nachmittags und samstags vor- und nachmittags mit jeweils 4 Doppelstunden pro Wochenende.
| Termine: | 26./27. Februar 2010; 5./6. März 2010; 26./27. März 2010 | |
| Zeit: | Freitags von 14.00 – 19.00 Uhr; Samstags von 10.00 – 17.00 Uhr | |
| Ort: | Praxis Dinkelbach, Hochstraße 101, Andernach | |
| Kosten: | 360,- € |
Der Kurs kann nur im Ganzen belegt werden, da es sich um Aufbaumodule handelt – Insgesamt 30 Std. – und wird als Fortbildung zertifiziert sowie auf die Erlangung der Bereichsbezeichnungen »Psychotherapie« und »Psychoanalyse« bei ÄrztInnen und PsychologInnen voll umfänglich anerkannt.
| Kursleitung: |
Als Entspannungsverfahren in Psychotherapie und Medizin sind zur Zeit Autogenes Trainung, Progressive Muskelrelaxation nach Jakobsen und die Hypnose für die Abrechnung mit den Krankenkassen zugelassen. Alle drei Verfahren können als Methoden zur Tiefenentspannung eingesetzt werden. Hypnose und Autogenes Training sind jedoch auch Methoden der Psychotherapie. Das Relaxations Training nach Jacobsen kommt aus der Verhaltenstherapie, in der es zunächst als Entspannungsverfahren eingesetzt wurde, um Phobien zu behandeln: die Entspannung wird durch Anspannung und danach Entspannung definierter Muskelgruppen hergestellt. Sie ist in das Therapiegeschehen integriert. In dieser Weiterbildungseinheit wird hauptsächlich Hypnose und Autogenes Training dargestellt werden, wobei im Zusammenhang mit der Hypnose auch die systematisierte Hypnotherapie auf psychodynamischer Grundlage einbezogen werden soll.
Erklärende Definitionen und Beschreibungen: Hypnose-Trance- Rapport-Suggestion und Selbstheilungskräfte. Erfolg/Heilung und Krankheit durch Vorstellungen und innere Überzeugungen. Die Bedeutung des Realitätsrahmens und „die konstruierte Wirklichkeit“. Ruhe- und Aktivhypnose. Autogenes Training und Selbsthypnose.
Unter Hypnose versteht man eine Konzentrationsleistung mit Fokussierung der Aufmerksamkeit nach innen. Hypnose bedeutet den Zustand der Trance, in den der Patient durch bestimmte Methoden versetzt wird.
Eine anderer Aspekt der Hypnose beschreibt die Art und Weise wie der Patient in diesen Zustand versetzt wird: das Hypnotisieren.
Des weiteren faßt man unter den Überbegriff der Hypnose auch die Hypnotherapie: die Psychotherapie in Hypnose, welche wir im folgenden zur klaren Differenzierung immer „Hypnotherapie“ nennen werden.
Der Zustand der Trance ist dadurch gekennzeichnet, dass der Patient seine Aufmerksamkeit nach innen wendet und den Kontakt nach außen über den Hypnotisierenden beibehält. In diesem Zustand erhält er Zugang zu seinem Unbewussten. (Siehe dazu unten)
Positive unspezifische Effekte von Hypnose/Trance und Autogenem Training: Optimierte Bewegungs- und Prozeßabläufe und optimierte Wiedergabe von Gelerntem (Prüfungen, Leistungstests, Wettkämpfe), vegetativer Ausgleich mit eutoner Bewältigung von Streß und Überlastungen, seelische und körperliche Belastungsfähigkeit, emotionale Zufriedenheit und Ausgeglichenheit, Lösung von vegetativ und spannungsbedingten Symptomen.
Es gibt verschiedene Methoden einen Menschen in Trance zu versetzen:
Die Haupt-Methoden der Trance-Induktion bei Patienten werden im Kurs in der Gruppe oder zu zweit/dritt geübt.
Wir differenzieren zwischen suggestiven und selbstorganisatorischen Techniken, zwischen Selbst- und Fremdsuggestion und führen als Spezialfall einer autosuggestiven Technik das Autogene Training ein, dessen Grundstufe mit den formelhaften Vorsätzen im Kurs erlernt werden soll. Als erstes werden hier die Ruheübung und die Schwereübung der Arme geübt, die auch wie die folgenden Schritte zuhause regelmäßig praktiziert werden sollte, um die Methode zu lernen und auch bei Patienten anwenden zu können. Auftretende Phänomene wie Körperreaktionen, Konzentrationsprobleme u.dgl. werden hier wie in den folgenden Schritten des AT anhand der Erfahrungen der Teilnehmer regelmäßig besprochen – insb. im Zusammenhang mit dem Phänomen der sog. „Widerstände“ (siehe auch unten bei Freud!).
Die Bedeutung des „Zurücknehmens“ in Hypnose und Autogenem Trainung.
Geschichte der Hypnose und des Autogenen Trainings:
Hypnose hat eine sehr lange Geschichte: so kann man zum Beispiel alle überlieferten Begegnungen mit Gottheiten auf ein Hypnose-Phänomen zurückführen. Jenseits aller religiösen Vorstellungen würden wir von inneren Bildern reden. Viele schamanistische Heil-Rituale arbeiten mit Trance und Suggestion. Zu erinnern sei auch an den Heil-Schlaf im Asklepeion oder die Trance-Tänzer und Bußprozessionen während des Mittelalters.
Messmers animalischer Magnetismus ist als Übergang von der antiken Vorstellung zur Moderne anzusehen.
Der englische Augenarzt Braid führte den Begriff der Hypnose ein, und übte die Fixationsmethode aus. Wichtig war ein Herabsetzen des Schmerzempfindens. Aus seinen Ansätzen entstanden viele passive und aktive Autosuggestions-methoden, zum Beispiel:
In dieser Stunde werden die neurobiologischen Befunde bezüglich Hypnose kurz dargestellt.
Zunächst erörtern wir die körperlichen Phänomene, die unter der Hypnose zu beobachten sind.
Des weiteren sei auf EEG-Befunde verwiesen, in denen nachgewiesen werden konnte, dass sich unter Hypnose und eine Steigerung der Alpha-Aktivität einstellt. Dies grenzt den hypnotisches Zustand vom Schlaf ab, in dem Delta- und Thetawellen vorherrschen.
Bildgebende Verfahren (PET) zeigen, dass es ein verbessertes Farberleben und eine verstärkte Umsetzung bildhafter Repräsentationen in der Hypnose gibt. Hier läßt sich der Sinn von metaphorischen Geschichten und Suggestionen in der Therapie ableiten.
Ein weiterer Befund liegt darin, dass sich eine verbesserte Lernleistung bildhafter Informationen erzielen lässt. Dies ist sowohl unter visuellen als auch unter auditiven Bedingungen nachgewiesen.
Hier folgt als praktische Übung der innere Spaziergang und eine Begegnung mit der eigenen weisen Gestalt als innerer Führung. Erklärung der Begriffe VAKOG, Trancevertiefung, Dissoziation, Assoziation
Bezüglich des Autogenen Trainings wird die Wärmeübung eingeführt und geübt.
Hier wird noch einmal auf die Funktion des Unbewussten eingegangen: den Teilnehmern ist die Definition des Unbewussten von Freud bekannt; hier besteht das Unbewusste aus organismischen Anteilen, dem Verdrängten, dem Es und zum Teil aus Über-Ich Anteilen. Die wesentliche Erkenntnis von C.G. Jung und später Milton Erickson bestand darin, im Unbewussten die größte Ressource des Menschen zu sehen. Die selbstorganisatorische Hypnotherapie geht noch einen Schritt weiter und spielt dem Unbewußten die inhaltliche Prozeßführung in der Therapie zu (immer in Kooperation mit dem Bewußtsein des Patienten!). Warum dies sinnvoll ist, verdeutlicht das Karpmann- oder Drama-Dreieck aus der Transaktionsanalyse.
Das Unbewusste weiß alles über das Leben des Menschen, es weiß wie die Symptome entstanden und wie sie zu lösen sind. Ziel dieser Hypnotherapie ist es, dem Patienten zu ermöglichen mit dem Unbewussten in Kontakt zu treten, damit er seine Probleme bearbeiten und selbständig lösen kann.
Dabei ist es wesentlich, dass der Patient derjenige ist, der mithilfe seines Unbewussten seine Problematik löst; der Hypnotherapeut hat lediglich die Funktion, diesen Kontakt herzustellen und aufrechtzuerhalten. Er kümmert sich nicht um die Inhalte dessen, was der Patient verändern möchte: selbstorganisatorische Hypnotherapie
Es gibt zwei Wege mit dem Unbewussten in Kontakt zu kommen:
Beides wird erläutert, dargestellt und geübt.
Die Besonderheit der sprachlichen Kommunikation mit dem Unbewußten wird dargelegt und geübt (Du-Anrede, positive, logisch klare und widerspruchsfreie, kurz-prägnante Formulierungen, möglichst keine Verneinungen, wertschätzende annehmende Beziehungshaltung).
Bezüglich des Autogenen Trainings wird die Herzübung eingeführt.
Es folgt nun das Training der Ideomotorik: es wird die Rossi-Methode und die "Häschen- Methode " dargelegt und geübt. Es wird darauf hingewiesen, dass man mit diesen Methoden zwei oder mehr Alternativen dem Unbewussten zur Entscheidung anbieten kann.
Ebenfalls zur Ideomotorik gehörig wird die Erkenntnishypnose dargelegt und eingeübt. Sie führt über reine „ja/nein“-Entscheidungen hinaus zu komplexen bewußten Erkenntnisprozessen und Lösungen. In diesem Zusammenhang wird auch die Altersbestimmung besprochen (Regression in der Zeit). Widerstandsphänome werden beobachtet und erklärt: bewußte und unbewußte Widerstände
Bedeutung und Funktion von Symptomen im sozialen und eigenen lebensgeschichtlichen Kontext. Warum werden Symptome aufrechterhalten, selbst wenn die Ursachen längst Vergangenheit sind? Kurze Einführung in systemisches Denken.
Widerstände werden in der Hypnose und Hypnotherapie lösbar in einer systematisierten Form, die der Strukturierung sehr zeitsparend und effektiv ist.
Hier folgt nun das praktische Einüben der Funktionsanalyse und der Widerstandsanalyse. Beide sollen zunächst demonstriert und dann durch die Teilnehmer in Kleingruppen durchgeführt werden. Hier geht es darum, die Funktion seelisch verursachter Symptome zu bestimmen und sie zu lösen. Bei Auftreten von Widerständen wird die Frage an das Unbewußte gestellt, ob es sich dabei um einen Widerstand zum tiefsten Inneren Wohl handelt. Wenn dies nicht der Fall ist, kann die Widerstandsanalyse evtl. bis zur Lösung durchgeführt werden. Komplexe ineinander verschaltete Widerstände werden gestuft gelöst was über einen Grundkurs hinausführt.
Bezüglich des Autogenen Trainings steht nun die Atemübung an. In der Pause bis zum nächsten Block sollen die Teilnehmer diese eingeführten Teile des AT üben.
Rückmeldung zu den Übungen des Autogenen Trainings- Erfahrungsaustausch. Es wird die Leibübung eingeführt und geübt.
Gemäß der systemischen Einbindung des Menschen kann es Hindernisse aus der Lebensgeschichte, der Familie, den Wertehaltungen und dem sonstigen sozialen Kontextes geben, die es ihm verunmöglichen, seine Ziele zu erreichen. Meist wirken diese „Blockaden“ unbewußt. Ziel der Hypnotherapie ist nun, über die Befragung des Unbewussten herauszufinden, was hier vorliegt, wann der Proband es angenommen hat und wie er es lösen kann.
Dann erst kann er die Ressourcen des Unbewußten in ihrem vollen Potential mobilisieren und z.B. die unten beschriebene Erfolgstrance für seine Ziele erfolgreich einsetzen.
Bei diesen „zentralen Blockaden“ handelt es sich z.B. zunächst um Gebote, Verbote und Aufträge.
Des weiteren sind auch Flüche, Verdammnisse, Dauerhypnosen (fremd- und selbstgegeben), hypnotische Aufträge, innere Saboteure (die meist durch Traumen entstehen) , Verzauberungen und Magien nicht selten.
Auch familiäre Verstrickungen oder Familientraumen können sehr wesentlich behindern.
Eingangs sollen die Kontraindikationen der Hypnotherapie dargestellt werden : akute schizophrene Psychosen, akute hirntoxische Vergiftungen mit Drogen, Alkohol und Medikamenten und hirnorganisch-dementielle Störungen. Bei chronischen Psychosen kann manchmal sehr vorsichtig mit der Ideomotorik gearbeitet werden, imaginative Methoden sind aber auch hier kontraindiziert. Beim dementiellen Abbau werden die für Hypnose wichtigen Hirnzentren zerstört. Alle Beruhigungsmittel und Alkohol mindern die Konzentrationsfähigkeit als Voraussetzung für die innere Fokussierung und Aufmerksamkeitssteuerung, Kaffee in Maßen kann sie steigern.
In dieser Stunde können die Teilnehmer üben, mittels Funktionsanalyse, Widerstandsanalyse und den imaginativen Symbolisierungen solche Entwicklungshindernisse, herauszufinden und nach Möglichkeit mit den bereits vorhandenen Techniken zu lösen. Dies geschieht durch Übung in Kleingruppen.
Die oben dargelegten Übungen werden fortgeführt. Je nach Zeitrahmen werden noch ergänzende Lösungstechniken dargelegt.
Bezüglich des Autogenen Trainings wird die Stirn- oder Kopfübung geübt.
Es werden spezielle Techniken der Hypnotherapie dargestellt: einmal das Einrichten des" Ortes der Sicherheit und Geborgenheit" als wichtiges Mittel der Angstbehandlung und Traumatherapie.
Eine weitere Technik ist das" Heilen des inneren Kindes" - beide Techniken werden geübt, wobei auf die Bedeutung des" Ortes der Sicherheit und Geborgenheit" als Entspannungsverfahren hingewiesen werden soll.
Hier sollen die Indikationsgebiete der Hypnotherapie dargelegt werden. Die in der 10. Stunde gelangten Methoden werden weiter geübt besonders unter dem Aspekt der Entspannung am" Ort der Sicherheit und Geborgenheit" Hier kann erneut der innere Spaziergang als Entspannungsverfahren angesprochen werden.
Im Autogenen Training folgt nun als letzte Übung der Grundstufe die „Nackenübung“.
Thema ist die Regression und die Progression in der Zeit, wie sie in der Hypnose möglich ist. Es wird erläutert, wie diese Phänomene sich dazu einsetzen lassen, alle Kräfte des Unbewussten zu mobilisieren und ein Ziel beziehungsweise Ziele zu erreichen. Dazu soll sich die Teilnehmer, in einer erfolgreiche Zukunft versetzen und dann ihre unbewussten Kräfte mobilisieren um auf dieses Ziel hin zu arbeiten.
Die Erfolgstrance wird vorgestellt und geübt
Rückmeldung zum Autogenen Training- Erfahrungsaustausch der Teilnehmer.
In der Hypnotherapie - nochmaliges Üben der Erfolgstrance.
Es wird zum autogenem Training übergeleitet. Es erscheint sinnvoll, den im autogenem Training erreichten Zustand als eine Art Trance zu verstehen. Damit wäre die Instruktion zur Einleitung dieses Trainings als hypnotische Induktionstechnik zu verstehen.
Wichtig dürfte der Hinweise sein, dass es sich beim Autogenem Training nicht nur um ein Entspannungsverfahren, sondern auch um eine Form der Psychotherapie handelt. Das wichtigste Agens dieser Therapie sind innere Bilder im Bereich der sog. „Oberstufe“, die sich tiefenpsychologisch-aufdeckend auswirken. Die Wirksamkeit innerer Bilder in der Hypnotherapie wurde bereits in den Stunden zuvor dargelegt. Es gibt hier deutliche Parallelen zwischen AT und Hypnotherapie.
Ausführliche Besprechung des Autogenen Trainings- Indikationen und Kontraindikationen, Umgang mit den Begleiterscheinungen bei Kurs- Teilnehmern. Technische und gruppendynamische Hinweise für eigene Kurse. Überleitung zur Oberstufe in Verbindung zu den Methoden der Hypnotherapie.
Weiteres Einüben der oben dargestellten Techniken des Autogenem Trainings und der Hypnose je nach Bedarf und Interesse der Teilnehmer.
Zum Abschluss wird noch einmal auf den Unterschied zwischen" reinen" Entspannungsverfahren, ihrem Sinn und ihrem Nutzen, sowie auf ihre Unterschiede zur Psychotherapie hingewiesen. Ein Thema wird sein, wie sich die während des gesamten Kurses dargelegten Methoden in tiefenpsychologische (vielleicht auch verhaltenstherapeutischen) Verfahren integrieren lassen. Ein Ausblick auf die Hypnotherapie als eigenständiges Psychotherapie-Verfahren wird gegeben. Es wird noch einmal auf die besonderen Stärken der Hypnotherapie hingewiesen werden, die sich in der Behandlung psychosomatischer Erkrankungen, komplexer Traumen und in der zügigeren und weniger belastenden Behandlung vieler neurotischer Störungen darstellt.
Startseite | Institut | Aus- & Weiterbildung | Veranstaltungen | Dozenten | Kontakt | Impressum
© 2008-2010 Institut für Psychotherapie und Psychoanalyse Rhein-Eifel GmbH – Annelise Heigl-Evers Institut –
von-Mering-Haus · Hochstraße 101 · 56626 Andernach · Telefon +49 2632 4045256
Bankverbindung: Volksbank Mittelrhein, Kto.-Nr.: 7 254 290 010, BLZ: 570 90 000
http://www.rhein-eifel-institut.de · sekretariat@rhein-eifel-institut.de